Manchmal lohnt eine Reparatur doch!

Oft hört man Sätze wie:

Ein Gerät zu reparieren bzw. reparieren zu lassen ist teuer und lohnt sich nicht. Es ist günstiger das neu zu kaufen.

Das stimmt nicht immer. Ein gutes Beispiel sind u.a. Kaffeevollautomaten oder auch Wäschetrockner. Besonders wenn die Garantie abgelaufen ist, lohnt sich ein Blick in das World Wide Web. Es gibt unzählige Foren, Websites und Videoanleitungen die erklären wie man selbst, mit etwas Geschick und Muße das Gerät wieder fit bekommt.

Beispiel 1

Wie ich darauf komme? Vor ca. 6 Monaten fing unser 5 Jahre alter Wäschetrockner an seltsame Schleifgeräusche von sich zu geben. Außerdem wurde vermehrt die Meldung ”Wasserbehälter leeren” angezeigt obwohl der Behälter gerade erst geleert wurde. Eine kurze Suchanfrage bei Dr. Google und schnell wurde eine mögliche Ursache sowie die passende Hilfestellung zur Selbstreparatur ausgeliefert. 

Mit dem passenden Werkzeug bewaffnet ging es also an die Arbeit. Im Prinzip haben wir den kompletten Trockner zerlegt, grundgereinigt und wieder zusammengesetzt. Wir fanden heraus, dass das Schleifgeräusch von einem Strass-Steinchen irgendeines T-Shirts verursacht wurde und die fehlerhafte Behälteranzeige durch Flusenschlamm im Flusensumpf. Also alles nichts was man nicht beheben kann.

Hier gibt es z.B. eine richtig gute Beschreibung und Anleitung zum Reinigen des Flusensumpfes:

diybook – FEHLERMELDUNG BEHÄLTER LEEREN und das passende Video dazu auf Youtube.

Und hier (auch auf Youtube) gibt es ein tolles Video zum Zerlegen des Trockners um z.B. den Antriebsriehmen zu wechseln oder wie unserem Fall evtl. hinter die Trommel gerutschte Kleinteile entfernen zu können.

Seit dem Reparatureinsatz läuft unser Trockner wieder wie am ersten Tag. Wir sind happy und haben nicht einen Cent ausgegeben! Yeah…

Beispiel 2

Und der Kaffeevollautomat? Ja wir hatten bis vor kurzem keinen, weil uns das einfach immer zu teuer war für unser max. 2-3 Tassen Kaffee am Tag. Jetzt haben wir einen. Aber von vorn.

In meiner Firma stand seit ca. 3 Jahren ein KVA von Melitta. Nach ca. 19.500 Bezügen kam plötzlich ohne Vorwarnung kein Kaffee mehr. Das gab erwartungsgemäß ein großes Hallo in der Firma, plötzliche Koffeinunterversorgung… geht gar nicht! Wir haben natürlich versucht alles zu reinigen was zu reinigen war. Und ein wenig recherchiert wo der Fehler liegen könnte. Schnell war klar, das muss repariert werden bzw. das Gerät ist kaputt. Der KVA ist natürlich auch nicht für einen solchen Einsatz geschaffen, sondern eher für den Hausgebrauch. Daher wurde er wohlverdient ausgemustert und ein neues Gerät angeschafft mit Garantieverlängerung auf 5 Jahre. Kollegen happy und der Kaffee fließt wieder in Strömen.

Aber! Warum sollte ich mich nicht daran versuchen, wenn er eh weg soll? Also nachgefragt ob ich das Gerät mitnehmen darf und noch etwas mehr recherchiert. In den meisten Foren lag die Ursache bei einem verkaltem/verschlissenem Drainageventil. Dann habe ich 2 tolle Anleitungen gefunden, mal wieder ein Video (auf Youtube von Ersatzteilcenter.de) und eine bebilderte PDF-Datei (gefunden auf coffemakers.de). Dann habe ich das Ersatzteil bestellt und mich ans Werk gemacht. Mit Hilfe der Videoanleitung habe ich das Gerät zerlegt. Dort wird zwar eine Bosch auseinander gebaut, aber bis auf das äußere Design sind die Maschinen alle relativ baugleich. Mit dem Handstaubsauger habe ich das ganze Kaffeepulver, welches sich in der Maschine verteilt hat, entfernt und ich habe alle Teile gründlich gereinigt.

Schließlich habe ich mich zum Drainageventil vorgearbeitet und dieses nach der Anleitung ausgebaut. Dann kam der etwas fummelige Teil, nämlich das Neue einzusetzen. Das sieht im Video echt einfach aus, ist es aber nicht! Noch mal in die PDF-Datei geschaut und siehe da der Trick ist: das man zu erst das Ventil und dann die Feder einsetzt und nicht umgekehrt wie im Video und so hat es schließlich funktioniert. Also alles wieder zusammengeschraubt und den KVA gestartet. é voila! Er läuft! Dann habe ich erst einmal die vom Gerät geforderte Reinigung vollzogen und eine Probelauf gestartet.

Seit dem genießen wir den Luxus eines Kaffeevollautomaten in vollen Zügen. Herrlich!

Wir freuen uns immer noch riesig, zumal das Ersatzteil echt ein Schnäppchen war. 

Mein Motto ist seither, erstmal schauen, ob es nicht die passende Reparaturanleitung im Netz gibt, bevor wir es wegschmeißen! Das spart bares Geld und gibt ein richtig gutes Gefühl.

Ich hoffe ich kann mit meinem Beitrag doch ein paar Menschen animieren es selbst zu versuchen. Das schon die Portokasse und die Umwelt ;-).

Liebe Grüße,

Eure Dani

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